| 16. Oktober 2004 Nach einem Wandertag folgte ab 9 Uhr ein Bustag, etwa 530 km sind es auf der A8 von Halls Gap nach Adelaide, wir durchfuhren den Weizengürtel Australiens, sehenswert, trotzdem ermüdend. Annett erzählte uns viel aus Geschichte, Politik, Kultur, Schulsystem, Spielleidenschaft der Australier. Und sie kann so wunderbar Geschichten vorlesen. Zeit für ein Nickerchen blieb trotzdem. Im Garten eines kleinen, reizenden Kaffee-Restaurants, bei "Harry und Rose" in Keith blieben wir zum Lunch. In Hahndorf, von protestantischen Einwanderern aus Ostpreusen 1839 gegründet, der zweitältesten deutschen Siedlung, gibt es typisch deutsche Fachwerkhäuser, lutherische Kirchen, deutsche Speisekarten, deutsches Brauchtum, aber auch einige Sehenswürdigkeiten und einen australischen Wein-Shop. Ein Barossa Shiraz 2002 Peter Lehmann überstand eine 20000 km lange Reise nach Zirndorf. ![]() ![]() Unser nächster Stop war der Zielort Adelaide im Bundesland South Australia. Annett fuhr mit uns auf den Mount Lofty. Der Ausblick von oben auf die Millionenstadt mit der schachbrettartig angelegten Innenstadt machte Lust auf den nächsten Tag. Das ausgezeichnete Hilton Hotel in Adelaide brachte noch eine Überraschung. Vom Panoramafenster unseres Zimmer im 10. Stock erlebten wir einen traumhaft schönen Sonnenuntergang, unser Blick schweifte über die Häuserzeilen der Stadt bis zum Meer. Die nächste Straße, die vom Hilton abging, kann man wohl als "Fressstraße" bezeichnen. Restaurants am laufenden Band, an einem Steakhouse war der Warteschlange eine Zeit von 1 ½ Stunden Geduld vorgegeben. Wir konnten einen freigewordenen Tisch in einem hellen, aber stimmungsvollen Fischrestaurant bekommen. Und es schmeckte wieder so gut.17. Oktober 2004 Sonntag in Adelaide. Der Tag begann etwas später. Die Koffer wurden wieder bereitgestellt. Der Kleidungsbedarf für den nächsten Tag und der Schlafanzug für den "Ghan" wurden separat eingepackt Um 10 Uhr brachen wir auf zum Stadtrundgang, zur Stadtrundfahrt. Sonnenschutz war wieder erforderlich. Die Hüte blieben bis zum Ende der Reise ständige Begleiter. Wir gingen zum Torrence Lake, vorbei am Parliament House, Casino, Convention Centre, Adelaide Festival Centre, wo in allen "geraden" Jahren in drei Märzwochen ein bedeutendes Kunstfestival stattfindet mit Konzerten, Opern-Theater- und Ballettaufführungen, University, Ayers House u.a. und besuchten das hochinteressante South Australien Museum, wo wir 1 ½ Stunden Zeit hatten. Es ist hier auch eine große Sammlung von Werkzeugen und Waffen, Gebrauchsgegenständen und Kunstwerken der Aborigines untergebracht, was uns besonders interessierte. Es ist nur ein Auszug unserer Besichtigung. ![]()
|
||
|---|---|---|
|
|
|
|
|
|
Dann fuhren wir nach Glenelg, wo einer der schönsten Strände Adelaids am "St. Vincent Gulf" liegt. Vom Victoria Square geht die einzige verbliebene nostalgische Tramway nach Glenelg Beach. Nach einem kleinen Imbiss im Strandbereich fuhren wir zum Bahnhof Adelaide![]() Jetzt kam knisternde Spannung auf, denn um 17.15 Uhr war die geplante Abfahrtszeit des legendären, 880 m langen Zuges "The Ghan" auf der eingleisigen Strecke von Adelaide nach Alice Springs in 21 Stunden 1600 km durch Halbwüste und Wüste in das Herz des Kontinents, ins Rote Zentrum, im outback. ![]() ![]() Im Wagen "F" der 1. Klasse wurde uns Schlafwagenkabine 3 und 4 zugeteilt. In der Duschkabine fehlte nichts am Komfort eines First Class Hotels. WC und Waschbecken waren herausklappbar, bei richtiger technischer Behandlung konnte nichts schief gehen. Die Spülung klappte, das ganze WC verschwand wieder, somit war Platz in der Dusche. Ein origineller, holländischer deutsch sprechender Zugbegleiter mit bayerischem Ringelschnauzer sorgte für Spaß. Mit kostenlosem Tee und Kaffee konnte man sich auch selbst bedienen. ![]() Um 17.45 Uhr mit halbstündiger Verspätung rollte der Ghan los. Man fühlte sich am Beginn eines Abenteuers. Um 19.30 Uhr trafen wir uns in der Bar. Leckere Fleischröllchen schmeckten zu dem ausgezeichneten Riesling. Das Dinner war um 20.30 Uhr angesetzt. Menü und Wein ließen keine Wünsche offen. Die Dunkelheit verriet noch nichts von der Wüste. Noch vor Beendigung des Dinner blieb der Ghan stehen, was uns nicht beunruhigte und auch nicht nach Fragen drängte. Als wir uns schon zum Schlafen eingerichtet hatten, erkannten wir helles Scheinwerferlicht, ein Krankentransport wurde sichtbar. Am Morgen erfuhren wir, dass sich der Zugmanager, der sich am Abend noch um unsere Kabine kümmerte, ein Bein gebrochen hatte. Zwei Stunden Aufenthalt in der Wüste, also insgesamt 2 ½ Stunden Verspätung. Der Schlaf war trotz Unterbrechungen erholsam. . |
||
| ZURÜCK | ||