HOME REISEBERICHTE MEINE HEIMAT MEIN HOBBY NATUR PRIVATES LINKS GÄSTEBUCH FRANKEN IMPRESSUM DISCLAIMER


EINE WOCHE IN DER UNGARISCHEN METROPOLE
BUDAPEST
Der Blick von der Freiheitsbrücke in der Abenddämmerung auf Donau, Kettenbrücke und Burgschloss, vorbei am Gellertberg, in der Ferne sind Margareteninsel und Parlament noch erkennbar, in der aus Buda, Pest und Obuda bestehenden Metropole Ungarns ist das nach der Ankunft erste wunderbare, faszinierende Bild von Budapest.
Wie in jeder Stadt, die wir besuchen und erkunden wollen, standen uns stundenlange Spaziergänge bis in die kleinsten schönsten Winkel und Ecken bevor und ich möchte von unseren Eindrücken erzählen:
BUDAPEST, Stadt der multikulturellen Vielseitigkeit
In der Vaci utca, der Fußgängerzone Budapests, pulsiert Tag und Nacht das Leben . Elegante Modedesigner, gemütliche Cafés und Restaurants wechseln sich ab mit den üblichen touristischen Ramschläden und Wechselstuben. Die schöne, elegante Budapesterin wetteifert mit den Touristinnen aus aller Herren Länder. Stundenlang kann man hier das bunte Treiben bei einem Gläschen Wein oder einer Tasse Kaffee an sich vorüber ziehen lassen.Vaci utca Die weltoffene Stadt, deren Gesicht einst deutsche, italienische, serbische und jüdische Siedler prägten, ist wieder aufgeschlossen und bereit für eine Zukunft inmitten eines Vereinten Europas.

UNSERE STADTSPAZIERGÄNGE

Am ersten Tag unseres Aufenthaltes bummelten wir entlang der Vaci utca bis zum Vörösmarty tér, wo wir von einigen ungarischen Volkstrachten-Gruppen, Zigeuner- und Czardasmusik begrüßt wurden, die das ungarische Weinfest einleiteten. Beherrscht wird der Platz vom Gebäude des bekannten und beliebten Cafés Gerbeaud, dem Eingang zur ältesten kontinentalen U-Bahn und einem Luxus-Kaufhaus.Café GerbaudDas Café mit der schönsten Jugendstil-Einrichtung ist der heimliche Mittelpunkt Budapests. Die Kuchenkarte, alles Originalrezepte, lässt keine Wünsche offen. Über die Café-Kultur Budapests ließe sich ein eigenes interessantes Kapitel schreiben.
Die Stadtrundfahrt am Nachmittag zeigte uns die Schönheiten der ungarischen Metropole in einem Zeitraffer von 3 Stunden. Wir freuten uns darauf, in den folgenden Tagen uns dies alles näher und intensiver betrachten zu können.
PARLAMENT
Baumeister Imre Steindl schuf zwischen 1885 und 1902 dieses Prestigegebäude im neogotischen Stil. 700 Räume und 29 Treppenaufgänge befinden sich im größten Parlamentsgebäude der Welt, 41 kg Gold wurden verarbeitet. 96 Stufen führen zur Kuppelhalle, in der seit 1. Januar 2000 die Krönungsinsignien mit der Stephanskrone aufbewahrt werden.
Parlament,KuppelsaalStefanskrone
Links von der Kuppelhalle tagt das Parlament, wo heute noch das Einschussloch der Kugel gezeigt wird, die bei einem Attentat im Jahre 1912 nur knapp den damaligen Ministerpräsidenten Graf Istvan Tiszai verfehlte.
Über die Kettenbrücke spazierten wir, entlang der Donau in Richtung Margareteninsel. Der Bau der Reformierten KircheReformierte Kirche, errichtet vom Erbauer der Großen Markthalle, Samu Pecz fiel uns auf durch die bunten Dachziegel und dem ungewöhnlichen Grundriss.
Die MARGARETENINSEL
war uns willkommen nach der Hektik und dem Lärm des starken Verkehrsaufkommens der Weltstadt. Auf der 2.5 km langen und etwa 500 m breiten Oase der Stille wurden Thermalhotels, ein großes Sportzentrum sowie die größte Freilichtbühne Europas u.a. errichtet. Der heutige Name der Insel geht auf Prinzessin Margarete, der Tochter König Belas IV. zurück, die 1251, im Alter von 11 Jahren ins damalige Kloster kam und dort bis zu ihrem Tode lebte.Margareteninsel,KlosterruineUnser Weg führte uns zurück auf der Pester Seite der Donau, an welcher die riesigen und weniger schönen Hotelkomplexe, Bauten des kommunistischen Regimes, stehen. Auffallend ist die Jugendstilfassade des Gresham-Palastes, der sehr aufwendig restauriert und bald das Luxushotel Vierjahreszeiten beherbergen wird.
Die Statue der Kleinen Königin wurde zu einem geliebten und oft fotografierten Wahrzeichen der Stadt.
Gresham PalastKleine Königin
BUDA UND DIE BURG
Über die Kettenbrücke, die die Stadtteile Buda und Pest verbindet, weiter den steilen Windungen des Burgweges hoch oder - für die Bequemen - mit der Seilbahn erreicht man das historische Burgviertel, das nach dem zweiten Weltkrieg - 200 historische Häuser sowie der der gesamte Palast wurden zerstört - wieder aufgebaut und von der UNESCO in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen wurde.Die Matthiaskirche und die Pestsäule beherrschen den Platz. In der Matthiaskirche wurden die beiden letzten ungarischen Könige Franz Joseph I. und Karl I. gekrönt. Von der Fischerbastei aus fasziniert ein einmaliger Blick auf die Donau und die Stadt Budapest. Vor der Bastei befindet sich das Reiterstandbild König Stephans. Wir bummelten durch die kleinen Gässchen und bewunderten die historisch sehr genau wieder aufgebauten Häuser, Innenhöfe mit den Sitznischen und waren uns nicht einig, ob der Bau des Hiltonhotels in die alten Ensembles gut integriert wurde. Durch das schmiedeeiserne Tor, gekrönt vom Totemvogel der Ungarn, dem Turul, gelangt man in den Palastgarten. Der Burgpalast beherbergt u.a. das Historische Museum, wo auch die Überreste des mittelalterlichen Palastes zu sehen sind.
Blick von der Burg TURUL am Eingang zum BurggartenReiterstandbild König StephansMatthiaskirche Historische Häuser im Burgviertel ENTLANG DER ANDRASSY UT
Unser Stadtrundgang begann am Vörösmarty ter in Richtung Parlament. Vorbei am Ethnografischen Museum mit einer beeindruckenden Architektur (der Architekt erhielt beim Wettbewerb der Ausschreibung zum Bau des Parlaments den 2. Preis.) und über die Falk Miksa utca mit teueren Antiquitäten-Geschäften erreichen wir den Szabadsag tér mit dem sowjetischen Ehrenmal.Sowjetisches EhrenmalDie US-Botschaft,das bestbewachte Gebäude Budapests befindet sich hier in einem schönen Jugendstilbau. Versteckt dahinter liegt die Alte Postsparkasse, eines der schönsten Werke des Jugendstil-Baumeisters Ödön Lechner.Alte Postsparkasse Leider wird der schöne Bau durch die wachsenden Bäume immer mehr versteckt. Die größte Kirche Budapests, die pompöse St.-Stephans-Basilika, ist am gleichnamigen Platz. Unter der großen Kuppel finden rund 8500 Gläubige Platz.Kuppel St. Stephans Basilia. Durch eine komplette Renovierung stellt sich die Basilika im alten Glanz dar.
Der Budapester Prachtboulevard die Andrassy ut, verbindet die Innenstadt mit dem Stadtwäldchen.Einige Theater, das Opernhaus, herrschaftliche Paläste aus der Gründerzeit sowie zahlreiche Cafés und Kneipen befinden sich rechts und links der zum Weltkulturerbe ernannten Prachtstraße. Vorbei an Banken, Reisebüros und schicken Geschäften taucht links das Gebäude der Ungarischen Staatsoper auf. Die kleinere Ausgabe der Wiener Staatsoper ist ein Prunkstück, die Innenausstattung protzt mit viel Gold und Plüsch. Wir konnten sie in einer leider sehr unbefriedigenden Aufführung von Puccinis "La Bohéme" bewundern. Einige hundert Meter weiter breitet sich der "Pester Broadway" mit vielen Theatern aus. Genannt werden hier nur das herrlich restaurierte Operettentheater und das Moulin Rouge. Wir erreichen den Liszt Ferenc tér und die Musikakademie, die 1875 von Franz Liszt persönlich gegründet wurde und ganz im Jugendstil gehalten ist.Fanz Liszt KonservatoriumDie grauen Fassaden entlang der Andrassy ut werden zunehmend saniert und in einigen Jahren wird wohl kein verwahrloster Bau mehr zu sehen sein.Alt und NeuWir besuchten noch das Franz-Liszt-Gedenkmuseum. Hier lebte der Komponist von 1879 bis zu seinem Tode 1886.Liszt-MuseumDer Boulevard endet in den Heldenplatz, dessen zentrales Element das Millenniumsdenkmal ist. Die tausendjährige Geschichte seit der ungarischen Landnahme wird hier glorifiziert. Auf der 36m hohen Säule steht der Erzengel Gabriel auf der Spitze.

Sonstige Höhepunkt
Es würde den Rahmen sprengen alle unsere Eindrücke auf unseren langen Spaziergängen durch diese lebendige wunderschöne Stadt zu schildern. Einige Höhepunkte möchte ich noch herausgreifen;
DIE GROSSE MARKTHALLE - ein Prachtwerk der Jahrhundertwende. Im Erdgeschoss wird Obst, Gemüse, Fleisch und Brot angeboten und im ersten Stock kann man sich mit ungarischen Spezialitäten selbst bedienen.
DAS NATIONALMUSEUMNationalmuseum Ein Rundgang durch die ungarische Geschichte erwartet den Besucher. Sehr informativ sind die Ausstellungen mit Exponaten aus dem 18.- 20. Jh.
PARISER HOF, er wurde anfangs des 20. Jahrhunderts errichtet und ist besonders abends bei Beleuchtung eine AttraktionPariser Hof.Das SZECHENYI HEILBAD und die Thermen im HOTEL GELLERT.Szechenyi-BadHotel Gellert Ersteres liegt im Stadtwäldchen, dem Erholungsgebiet der Budapester mit einem Naturzoo und einem Vergnügungspark, es wurde sehr aufwendig restauriert, während das Gellert-Bad, da die Eigentumsverhältnisse nicht geklärt sind, einem langsamen Verfall ausgesetzt ist.Ein eigenes Kapitel hätte das JÜDISCHE VIERTEL verdient. Im Garten der Großen Synagoge erinnert das eindrucksvolle Werk, der "Baum des Lebens" von Imre Varga an die Opfer des Holocaust.Holocaust-DenkmalIm prachtvollsten Konzertsaal der Stadt im VIGADO, in dem schon Franz Liszt, Johannes Brahms, Richard Wagner und Bela Bartok u.a. auftraten, erlebten wir zum Abschluss unseres Aufenthaltes. einen musikalisch temperamentvollen Operetten-Abend.

Gedenktafel am VigadoVigado
Unsere Eindrücke und Erlebnisse in dieser wunderschönen Stadt, die man eigentlich nur in Superlativen beschreiben kann, der Platz hierfür jedoch nicht ausreicht, werden uns lange im Herzen begleiten. Ich hoffe, meine Bilder vermitteln ein wenig unsere Empfindungen.