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Um Mitternacht
Gelassen stieg die Nacht ans Land.
Lehnt träumend an der Berge Wand.
Ihr Auge sieht die goldne Waage nun
Der Zeit in gleichen Schalen stille ruhn;
Und kecker rauschen die Quellen hervor.
Sie singen der Mutter, der Nacht, ins Ohr
Vom Tage,
Vom heute gewesenen Tage.

Das uralt alte Schlummerlied,
Sie achtet's nicht, sie ist es müd.
Ihr klingt des Himmels Bläue süßer noch.
Der flücht'gen Stunden
gleichgeschwungnes Joch.
Doch immer behalten die Quellen das Wort.
Es singen die Wasser im Schlafe noch fort
Vom Tage:
Vom heute gewesenen Tage.



Dieses Gedicht Mörikes, im Oktober 1827 während des Vikariats in Köngen entstanden, ist eines seiner schönsten. Es gehört zum Besten der deutschsprachigen Lyrik.


Wir verfolgten auch die Spuren des 1804 in Ludwigsburg geborenen Eduard Mörike, sein Geburtshaus in der Kirchstraße 2, wo die Familie bis 1808 wohnte.
Die Jugendjahre von 1808 bis 1817 verbrachte Mörike im Haus Obere Marktstraße 2.
Im Anschluß an die Zeit von 1818-1822 in der Klosterschule Urach waren sehr viele, vor allem kleine schwäbische Wohnorte sein zu Hause.
Einer von vielen Wohnorten Mörikes war Cleversulzbach, wo er es in häuslicher Koexistenz mit Schwester und Mutter 9 Jahre ausgehalten hat und wo er seine einzige feste Pfarrstelle innehatte.
Das Mörike Museum, der Mörike Pfad
Pfarrkirche, Pfarrhaus
und
Alte Schule
erinnern
an den Dichter

Das verfallene Grab von Schillers Mutter auf dem Dorffriedhof Cleversulzbach ließ er herrichten, seine Mutter fand an ihrer Seite die letzte Ruhestätte.
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