Sonnenaufgang in der Wüste
18. Oktober 2004
Schon um 5.30 Uhr ging es zum Rasieren, Duschen, denn um 7.00 Uhr brachte ein Mädchen den Early Morning Tea mit Keksen. Bis zum Frühstück im Speisewagen um 8.45 Uhr blieb Zeit die ersten Eindrücke der Wüste aufzunehmen. Unbeschreiblich, was sich unseren Augen bot. In der Wüste blühte und grünte es. Der Wüstensand leuchtete in verschiedenen Farben, von dunkelrot bis hellrot, von gelben bis braunen Farbtönen in immer neuen Farbschattierungen, dazu das Grün der Spinifex, die verschiedenen Farben der Blüten - es hat hier sicher auch geregnet - die Farben auch ineinanderfließend, ein einzigartiges Wüsten- Naturschauspiel, die Sonne brachte alles zum Leuchten. Es waren Stunden mit faszinierenden Farb- und Naturerlebnissen. Schließlich freuten wir uns über die Verspätung. The Ghan hat uns auch noch zum nicht vorgesehenen Lunch eingeladen. Ein unvergessliches Erlebnis, Eindrücke, die wohl immer gespeichert bleiben werden. Das Zugpersonal machte uns darauf aufmerksam, dass wir bald am Finke River vorbei fahren. Ein Fluss in der Wüste? Er kam, der Finke River aus Wüstensand. Wenn es in einigen Jahren wieder einmal regnen sollte, ist er aufnahmebereit. Wir spürten sogar Lust bis nach Darwin noch 1500 km weiter zu fahren. Die Strecke Alice Springs bis Darwin wurde erst in diesem Jahr fertiggestellt.
Um 14.15 Uhr trafen wir bei einer Temperatur von 39° in Alice Springs ein. Es ist ein neues Bundesland, Northern Territory mit Hauptstadt Darwin. Auf einer Fläche von 1,4 Millionen qkm wohnen in dem Bundesland nur 182000 Einwohner. Alice Springs ist mit 25000 Einwohnern (1980 waren es nur 5000) das einzige bedeutende Zentrum im Landesinnern. Die Stadt mit ihrem Wildwest Charme liegt 550m hoch in der geographischen Mitte Australiens, ganz dicht am Wendekreis des Steinbocks.
Annett zeigte uns auch diesmal zuerst die Stadt von oben. Vom Anzac Hill hat man einen guten Blick über die City mit ihrem geradlinigen Straßennetz, den gepflegten Grünanlagen und auf die Kette der Mac Donnell Ranges.Das Blauviolett der blühenden Jacaranda-Bäume leuchtet. Durch den engen Einschnitt des Heavitree Gup zwängen sich der Todd River, der Stuart Highway und die Eisenbahn. Der Todd River überraschte uns nicht, er war so trocken wie der Finke River. Bei starken Regenfällen soll er aber zum reisenden Wildbach werden.
Anschließend besuchten wir die einige Kilometer außerhalb gelegene "Old Telegraph Station" mit einem kleinen Museum. Annett erzählte ausführlich. Nach einem Bummel durch die Fußgängerzone fuhren wir zu unserem nahe gelegenen Hotel "Alice Springs Resort". Bei diesem Hotelstandard können Touristen sehr zufrieden sein. Es war 17 Uhr.
Koffer auf und zu, Post und Literatur war wieder mal dran. Wir besorgten uns einen Imbiss, der mit einem Bier im Hotelzimmer auch schmeckte. Um 22 Uhr Schlafzeit.

"Alice" vom Anzac Hill gesehen

Die alte Telegrafenstation

River-Red-Gums

Am Todd River
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