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| SÜDENGLAND,das wir unter der hervorragenden Führung der 33 Jahre jungen Annett Schaffrath mit einer sehr interessierten Gruppe bereisten, ist einführend und zusammenfassend in wenigen Sätzen kaum zu beschreiben. Die herrlichen Kathedralen von Canterbury, Salisbury, Exeter und Wells, die traumhaften Landschaftsgärten (Stourhead), die rätselhaften Steinkreise des prähistorischen Stonehenge, die Spurensuche von König Artus, die Wanderungen im Dartmoor, die Gärten in Cornwall, das Seebad Eastbourne mit dem nahegelegenen Beachy Head, das mondäne Bath bis zur Geschichte, nicht nur Hastings 1066 und Heinrich VIII, die uns immer wieder begegnete, können nur einige wenige unvollständige Stichpunkte des Erlebten sein. Auch die anschließenden Tage in London werden uns unvergeßlich bleiben. Beginn unseres Reisetagebuches: 15. Mai 2003 Unser Flugzeug hob - fast pünktlich - vom Boden des Nürnberger Flughafens in Richtung Frankfurt ab. Nach kurzer Wartezeit starteten wir in Richtung London. Bei Ankunft in Heathrow empfing uns eine Vertreterin von Studiosus, die uns in Kenntnis setzte, dass wir leider längere Zeit auf weitere Teilnehmer der Rundreise warten müssten, da deren Flüge erst später eintreffen würden. Geben 13.30Uhr war die Gruppe mit 24 Teilnehmern vollständig. Unsere Reiseleiterin Annett hieß uns mit launigen Worten willkommen und stellte sich und unseren schottischen Busfahrer Albert vor. Wir verließen London in Richtung Canterbury, da die Kathedrale unser erstes Besichtigungs-Ziel der Rundreise war. Canterbury ist, seit Heinrich VIII mit dem Papst und damit der katholischen Kirche brach, die anglikanische Hauptkirche und der Erzbischof deren Oberhaupt. Nur er hat das Recht, die Monarchen zu krönen. Die Kirche zeigt eine Vielfalt von normannischen Baustilen bis hin zur Neugotik und als Mittelpunkt und Hauptziel der Pilger findet sich hier das Grab des Erzbischofs Thomas Becket, der 1170 an dieser Stätte heimtückisch ermordet wurde. Besonders beeindruckte uns die Krypta im normannischen Stil mit geschmückten und mit Mustern und Ornamenten reich verzierten Säulen. Sie zeugen vom normannischen Erbe Großbritanniens. Durch kleine entzückende Dörfer - ab und zu sahen wir hophouses (Häuser, zum Trocknen des Hopfens erbaut. Mit ihren hohen schlanken weißen "Hüten" auf den Trockentürmchen stehen sie sehr apart in der Landschaft) - und dunkles grünes Land fuhren wir bis Tonbridge in unser kleine Hotel, The Rose & Crown, nahmen einen Begrüßungstrunk und ließen uns das dreiteilige Abendmenü schmecken. 16.Mai 2003 Nach einem guten ausgiebigen englischen Frühstück starteten wir in Richtung Hastings -1066 Country - wo im Jahre 1066 Wilhelm der Eroberer landete und zwischen ihm und dem angelsächsischen König Harold die große Eroberungsschlacht stattfand. Das Städtchen Battle (Schlacht) zeugt mit seinem Namen davon. Es war das letzte Mal, dass das Inselreiche erobert wurde und ein entscheidendes Ereignis in der Geschichte Großbritanniens. Am Wegesrand konnten wir wieder kleine entzückende Dörfer und eine blühende Azaleen-Pracht in allen Farben bewundern. Unser Ziel, das kleine Seeband Eastbourne, empfing uns leider mit leichtem Nieselregen. In Eastbourne scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Es hat sich den Charme eines eleganten Seebades aus den Dreißiger Jahren erhalten. Viele englische Pensionäre suchten sich in den Hotels einen bleibenden Wohnsitz und der herrliche lange gepflegte Kiesstrand sowie die Geschäfte am Pier sind für dieses ältere zahlungskräftige Publikum eingerichtet. Wir bummelten die Seepromenade entlang bis zum Wish Tower, der gegen die drohende napoleonische Invasion gebaut wurde. Die kleine Wanderung auf den imposanten, steil abfallenden weißen Kreideklippen von Beachy Head, machte uns hungrig und wir wärmten uns in dem kleinen Pub mit heißem Tee auf. Bei den Klippenformationen der "Seven Sisters" sammelten wir noch schön geformte und geschliffene Steine. HEVER-CASTLE: hier wurde Anna Boleyn geboren, deren tragisches Schicksal uns noch heute beschäftigt. Sie war die zweite Frau Heinrich VIII, die Mutter Königin Elizabeth I. und wurde, des Ehebruchs angeklagt, im Tower hingerichtet. Das Schloss wurde Anfang des 20. Jahrhunderts von einem Erben der Waldorf-Astor Familie gekauft, modernisiert, ohne die äußere bauliche Substanz zu verändern und ein kleines Dorf im Tudor-Stil errichtet. Ein sehr schöner Garten lädt zum Flanieren ein. 17.Mai 2003 Das Ziel des dritten Tages unserer Rundreise ist Salisbury. Die Kathedrale, eingefügt in das weite grüne, mit Kastanienbäumen bewachsene "Cathedral Clos" ist ein Beispiel für die englische Frühgotik. Sie wurde ohne Unterbrechung in nur 45 Jahren errichtet und der 123 m hohe Vierungsturm ist der höchste Englands. Auffallend sind auch die vielen Säulen und die helle, ungehinderte Weite des Kirchenraums ."Noblesse Oblige", die dramatisierte Geschichte der Grafen von Pembroke, zeigt sich im Wilton-House. Ein kurzer Film führte uns in die Familiengeschichte der Pembrokes ein. Der jetzige Lord Pembroke ist Filmregisseur von Beruf und fühlt sich für die Erhaltung einer der schönsten Landsitze Großbritanniens verpflichtet. Die große Tudor Küche scheint noch voll funktionsfähig zu sein und auch die übrigen Räume faszinieren durch ihre Ausstrahlung. Die Gemäldesammlungen, u.a. sind Bilder von Rembrandt, Rubens, Tizian und Titoretto zu bewundern, sind von unschätzbarem Wert. Der angrenzende Park, bevölkert von Schafherden, und einem integrierten kleinen japanischen Garten verführte zum längeren Verweilen. Unsere Reiseleiterin Annett schlug uns vor, den Steinkreis Stonehenge noch am Abend zu besuchen. Wir waren überrascht und glücklich dem Vorschlag gefolgt zu sein, denn als wir ankamen hörte der leichte Nieselregen auf und die Sonne schien . Klein und unbedeutend kamen wir uns beim Anblick dieser mächtigen Steine vor, die vor der menschlichen Frühgeschichte mit einer ungeheuren Anstrengung und Kraft hierher gebracht wurden und deren Sinn und Bedeutung noch immer ungeklärt ist. Wir ließen unserer Phantasie freien Lauf, stellten uns vor, dass hier Götter angebetet, ihnen Opfer gebracht wurden und bedauerten, hier nicht zur Sommersonnenwende am 21. Juni anwesend zu sein , wo exakt über dem Heel Stone die Sonne aufgeht. 18-Mai 2003 Ein Spaziergang in den naturgeschützten Flussauen des Avon in Salisbury zeigt uns fast genau noch die gleiche Ansicht wie sie John Constable anfangs des 19. Jahrhunderts malte. Schwäne brüten hier und Fuchs und Hase sagen sich Gute Nacht. ![]() Abfahrt nach Stourhead, dem imponierendsten Landschaftsgarten, im 18. Jahrhundert von Henry Hoare II. geschaffen. Er ist schlechthin das Vorbild des englischen Landschaftsgartens mit Buchenwäldern, künstlichen Seen, in denen sich nach klassischem Vorbild gebaute Tempel spiegeln. Hunderte Arten von exotischen Bäumen und Gewächsen fanden hier Heimat und gedeihen außerordentlich gut. Die in herrlichen Farben blühenden Rhododendren vollenden das Bild einer zeitlosen arkadischen Traumlandschaft. Trotz Regengüssen, die uns ab und zu überraschten, wurde der Garten von uns durchwandert und unser Staunen und Bewundern nahm kein Ende. Auf einer kleinen Landstraße durch Tunnels von Hecken und Bäumen, begleitet von Schaf- und Rinderherden, gelangten wir nach Exeter, dessen Altstadt im 2. Weltkrieg von den Deutschen zerstört und nach dem Krieg wieder "modern" aufgebaut wurde. Nach dem Abendessen nahmen wir noch einen Drink im Ship Inn, wo Francis Drake seinen letzten Schluck Whisky vor der Zerstörung der Armada genossen haben soll. 19.Mai 2003 Besichtigung der Kathedrale von Exeter mit ihren gewaltigen normannischen Türmen, aus hellem Sandstein gebaut. Die breite, gedrungene Westfassade zieht den Blick des Betrachters auf sich. Der Innenraum, nur unterbrochen durch den beeindruckenden steinernen Lettner, ist das längste gotische Gewölbe der Welt. Auf der Fahrt durch das Dartmoor stimmte uns Annett mit englischen Gruselgeschichten auf die Wanderung im Moor ein. Bis zum Hay-Tor (sieht er nicht aus wie die Zehen eines schlafenden Riesen?) führt uns der steile Weg ca. 500m hoch, einige von uns erklommen wagemutig die Felsen. Mit einem sehr schönen Blick über das weite Gelände wurde unsere Anstrengung belohnt. Der Weg nach unten wurde von einem starken Regenguss unterbrochen und alle kamen wir mit nassen Hosen an unserem Bus an. In der Nähe einer Clapper-Bridge, die noch aus den Zeiten der Römer stammt, konnten wir uns in einem gemütlichen Pub mit heißer Suppe aufwärmen.Auf der Weiterfahrt nach Tintagel hörten wir "keltische Musik" mit den (vermutlich) keltischen Instrumenten der Barden Harfe und Flöte. Eine Einheit von herrlicher Landschaft und Musik ließ im Bus bei den Reiseteilnehmern Fröhlichkeit und Vorfreude auf die Burg Tintagel aufkommen. Die Burgruine Tintagel, um die sich Sagen und Legenden um König Artus und seiner Tafelrunde ranken, befindet sich nahe an den Klippen des Atlantik und ihr Anblick fordert geradezu unsere Phantasie heraus, zumal die Höhle, die unten am Strand bei Ebbe sichtbar ist, das "Gefängnis" des Zauberers Merlin sein soll, der hier von der "Dame am See" eingeschlossen wurde. In Newquay, direkt an den Klippen des stürmischen Atlantik, übernachteten wir für 2 Tage im "The Bristol". 20.Mai 2003 Das Wetter ist stürmisch und wild, ab und zu regnet es. Während unserer Busfahrt durch die zerklüftete grüne Landschaft Cornwalls erzählt uns Annett von den Cornishmen, die als Experten des Grubenbaus in allen Ländern sehr gefragt waren, als der Bergbau im Cornwall seinem Ende zuging. Von der Hochzeit des Grubenbaus zeugen noch die vielen Entlüftungstürme, die in der Landschaft zu sehen sind. Das Idiom der Cornishmen ist leider ausgestorben und es finden sich keine schriftlichen Zeugnisse dieser Sprache. Lands End, die westlichste Spitze Englands, empfing uns sehr windig. Ein kleines "Disneyland" wurde hier aufgebaut und das "first" und "last house" der Insel wird kommerziell sehr vermarktet. Ein havarierter Dampfer liegt am Strand, Opfer der stürmischen See .Wir verlassen sehr schnell diese ungastliche Stätte und fahren weiter bis St. Michael's Mount, der Burganlage auf dem Granitfelsen, von Wilhelm dem Eroberer als Pendant zum französischen Mont St. Michel in der Normandie dem Benediktinerorden überantwortet und heute ein Wallfahrtsort. Bei Flut fuhren wir mit kleinen Booten zur Insel und stiegen die uralten Stufen durch die sehr schöne Gartenanlage zur Burg, wo uns in einem kleinen Film die Historie näher gebracht wurde. Nach einigen Stunden konnten wir bei Ebbe über den Damm trockenen Fußes zurück zum Festland laufen. Das Künstlerdorf St. Ives empfing uns mit Sonnenschein. Das "blaue Licht" dieses, von drei Seiten mit Wasser umschlossenen, Dörfchens inspiriert die Maler und Zeichner, die in einer Dependance der Tate-Galerie am Ort ihre Werke ausstellen können. Daphne du Maurier, Virginia Woolf und in neuester Zeit Rosamunde Pilcher bringen dem Ort einen Zustrom von Touristen. Wir ließen uns hier am Strand das traditionelle Gericht der Engländer "fish and chips" schmecken. 21. Mai 2003 Das englische Regenwetter lässt uns leider nicht im Stich - es regnet und stürmt, doch die Reisegruppe, wie immer pünktlich und diszipliniert - ist guter Laune und lässt sich nicht verdriesen. Wir fahren zu einem der schönsten historischen countryhouses in Cornwall: Lanhydrcock,teils im Tudor-Stil erbaut - leider brannte ein großer Teil des Gebäudes 1881 fast völlig ab - und der "Neubau" im viktorianischen Tudor-Stil wieder aufgebaut vermittelt in seinen 49 Räumen das Leben in viktorianischer Zeit. Küche, Vorrats- und Arbeitsräume, Schlaf- und Kinderzimmer der Bediensteten und der Herrschaften sind in allen wohnlichen Details so eingerichtet, als hätte der jeweilige Bewohner nur kurz den Raum verlassen. In der "Hall" ließ ein Lautenspieler Musik aus alten Notenblättern des 17. Jahrhunderts erklingen und erläuterte uns in feinstem Englisch die Notenschrift. Die Ruinen des Klosters Glastonbury sind eingehüllt in ein Netz von Mysterien und Legenden und locken jährlich einen Strom von Pilgern an. Das Grab König Artus wird gezeigt - sollte er je gelebt haben, wird er hier - oder ein anderer Ritter - seine letzte Ruhestätte gefunden haben. Der "Glastonbury-Tor" ist ein weithin sichtbarer Hügel, künstlich von Menschenhand errichtet und seine Bedeutung liegt so im Dunkel wie das Leben Artus. Wir kommen spät in Bath an und auf einem kleinen Rundgang sehen wir die Schönheiten dieses Städtchens, das "Weltkulturerbe der Unesco" wurde. 22.Mai 2003 Die Kathedrale von Wells ist der Höhe- und Endpunkt der englischen Gotik und wir standen ehrfürchtig vor der breiten eindrucksvollen Fassade. Es ist nicht Sinn und Zweck dieses Berichtes und es würde zu weit führen, die baulichen Schönheiten dieses Gotteshauses in allen Einzelheiten zu schildern. ![]() ![]() An der Kathedralenanlage schließt sich die älteste bewohnte Reihenhaus-Siedlung Europas von 1348 an. Einst für die Mitarbeiter des Klerus erbaut, damit sie "unter Aufsicht" standen, wird sie jetzt noch, modernisiert in den Innenräumen, von den Familien der Lehrer des Cathedral School als Lebens- und Wohnraum benutzt. Am Nachmittag besuchten wir die "Römischen Bäder" von Bath, die zwischen dem 1. und 4. Jh. n. Chr. genutzt wurden. Im Jahre 1755 stieß man auf die Reste eines Minerva-Tempels und im Laufe der folgenden Jahre wurden mehrere Bäder, Schwimmbecken und Saunen ausgegraben und für die Besucher zugänglich gemacht. Der Badebetrieb mit dem 40° heißen Thermalwasser wurde im Jahre 2001 in modernen Badeanlagen wieder aufgenommen. 23. Mai 2003 Der letzte Tag unserer Rundreise endet mit der Fahrt nach London. Unser Fahrer erhielt die Erlaubnis zur Vorbeifahrt am Buckingham-Palast. Es war ein ausgezeichnetes Timing, als wir gerade zur Zeit der Wachablösung dort eintrafen. Die Westminster-Abbey, das Parlament, die neue Tate-Galerie, die Milleniums-Bridge, der Tower waren Ziel unserer kleinen Busrundfahrt. Am Nachmittag spazierten wir das letzte Mal zusammen mit Annett und unserer Gruppe durch Covent-Garden und Soho zum Picadilly-Circus. Am Abend wurde Abschied genommen und wir alle waren uns einig, dass diese Rundreise unsere Erwartungen übertroffen hat und wir uns hoffentlich bald wieder auf einer Reise mit Annett sehen werden. 24.-29. Mai 2003 Herbert und ich blieben noch fünf Tage in London. Das Wetter bot sich an für Spaziergange in den Parks von London und zu einer Bootsfahrt auf der Themse nach Greenwich. Der Besuch des Towers, der Westminster-Abbey und der St. Pauls Cathedral durfte nicht fehlen. Am Covent Garden erlebten wir die Ballett-Aufführung von Mignon live auf einer Breitleinwand und wir bummelten an den modernen Docklands entlang. Im Harrods ließen wir uns nicht zum Kaufrausch verführen, doch in den gemütlichen pubs ließen wir uns die diversen Biere in pints schmecken und auch die kleinen Gerichte, die dort angeboten wurden, waren lecker. Als Abschluß noch einige Bilder aus London ![]() ![]()
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